Tischtennis Vereinsmeisterschaften 2022

Nach mehr als 3 Jahren mit virusbedingten Verschiebungen denkt man auch als Titelverteidiger irgendwann: „Steht der Pokal hier eigentlich noch richtig? Was ist er Wert, wenn die Jahreszahlen der letzten Gravuren schon verblassen?“

Am 18. Juni war es dann aber soweit: ich würde endlich versuchen, das Turnier zu organisieren und dann den Pokal endlich loswerden … oder etwa neu verdienen? Mit 15 Teilnehmern und einer Teilnehmerin waren wir eigentlich ganz gut besetzt, wenn man bedenkt, dass unsere Abteilung nicht gerade blühende Zeiten erlebt. Es gibt noch 3 Herrenteams ein Damen-Team als SG mit dem VfL Börnsen und null Jugendteams, was eine Gesamtschrumpfung um rund 50% auf geschätzt 25 bis 30 aktive Spieler*innen bedeutet (über etwas mehr als 10 Jahre). – Möge die kürzlich während der Mitgliederversammlung beschlossene Initiative für einen neuen Jugendbetrieb erfolgreich sein!

Teilnehmer und Teilnehmerin, inszeniert von unserem Fotografen René Lahn

Wie immer (was bitte mit Jahresangabe zu widerlegen ist) wurde mit einem Punktevorgabesystem gespielt, um die recht großen Spielstärkeunterschiede auszugleichen – das ist im TT-Sport für Freizeitturniere üblich, denn schon ein Unterschied von zwei Spielklassen wäre auch mit viel Willen und Einsatz nur sehr selten zu egalisieren. Der Spaß stand also im Vordergrund – nein, ganz vorn – nämlich im Vorraum der Sporthalle der Grundschule – stand das Buffet, zu dem alle etwas beitrugen, von Antipasti über jede Menge verschiedene Leckereien bis hin zu Würstchen. Die jahrelange Übung war zu erkennen!

Dank der seit einigen Jahren gültigen TT-Ratings, in die jedes offizielles Matchergebnis eingeht, bieten sich recht genaue Möglichkeiten, spannende Punktevorgabesysteme auszuprobieren. Auf diese Weise müssen sich auch die stärkeren Teilnehmenden gegen vermeintlich schwächere voll konzentrieren – und insbesondere eine gewisse Sicherheit in ihr Spiel bekommen, um aus einem im schlimmsten Fall 0:7-Rückstand heraus Sätze bis 11 oder eben in der Verlängerung zu gewinnen. Das passt nicht jedem gut, wie in den unten folgenden Vorrundentabellen zu sehen ist: Als Titelverteidiger startete ich mit 3 x 0:3 und durfte mich damit quasi sofort auf die Organisation konzentrieren (was allerdings 2019 nicht der Ausrede wert war!).

Unsere derzeitige Nr. 1 – Volker Hille – erwischte es ebenso – er liebt dieses System ohnehin nicht und konnte in den Wochen zuvor fast nicht trainieren, sodass eine verletzungsfreie Teilnahme im Vordergrund stehen musste.

Wie es dann doch geht, demonstrierte unser Herrenwart und Co-Abteilungsleiter Chrissy Boye: Nachdem es in der Vorrunde noch etwas holprig lief, zeigte Chrissy im Halbfinale und Finale sein bestes Tischtennis: nach konzentrierter und platzierter Vorarbeit mit der Noppenrückhand erzwang er mit so gut wie fehlerfrei vorgetragenen schnellen Topspins und Schüssen Punkt um Punkt – immerhin gegen den aufstrebenden und daher etwas unterbewerteten Sören Jöns aus der 2. Herren und im Finale gegen unser kürzlich zurückgekehrtes A-Jugendtalent Ahm Waller und zwar bei 4 bzw. sogar 5 Punkten Vorgabe und außerdem keineswegs geringer Gegenwehr. Auch Ahm hatte sich nämlich inzwischen in Form gespielt und schaltete im Halbfinale Jens Remer (1. Herren) aus, nachdem dieser ihn in der Vorrunde noch gut im Griff hatte. Wir Zuschauenden bedanken uns für ein Klasse-5-Satz-Match und gratulieren Chrissy zum Meistertitel!

Nach dem Viertelfinale im Einzel startete die Doppelkonkurrenz, die üblicherweise bei schwindenden Kräften, zugelosten Partnern und frecher werdenden Kommentaren den Spaß nochmal auf die Spitze treibt. Mit dem Erreichen des Halbfinales bestätigten die üblichen Verdächtigen aus dem Einzel ihre gute Tagesform. Das Finale gewannen dann Sören Jöns und Timo Heibrook wiederum knapp in 5 Sätzen gegen Kay Wittenburg und Dennis Dircks, nachdem es in der Vorrunde noch anders herum ausging. Herzliche Glückwünsche an zwei Spieler, die noch nicht zu den Alten unserer Gruppe gehören und klar zeigen, dass Training auch zu Steigerungen führt!

Und die Damen? Wie oben erwähnt, blieb es leider bei der Einzahl – aufgrund terminlicher Überschneidungen. Einige aus dem Damenteam um Abteilungsleiterin Miri Rathje hätten gern mitgemischt und darin liegt das größte Verbesserungspotenzial für die nächsten Organisatoren!  Monique Zimon mochte als erst im letzten Jahr eingetretene Tischtennis-„Entdeckerin“ den durchaus repräsentativen Pokal nicht annehmen. Mal sehen, ob wir ihren Namen nicht trotzdem gravieren, denn Mut gehört schon dazu, sich dem ersten Turnier als einzige Dame zu stellen!

Am Ende waren viele zufriedene Gesichter zu sehen und in nullkommanix durch viele Hände die Halle aufgeräumt und einige entspannten bei ein, zwei Getränken auf einer nahe gelegenen Kneipenterrasse.

Eines gewann dann Jens noch: die Wette auf den neuen Vereinsmeister – und zwar allein … auf Chrissy hätte man schon kommen können, doch die meisten Wetter bevorzugten die vermeintlich etwas TTR-Unterbewerteten und dadurch mit stattlicher Vorgabe Ausgestatteten. Favorit in dieser Hinsicht war Dennis Dircks, der immerhin auch das Viertelfinale und das Doppelfinale erreichte. (Der Ex-Vereinsmeister fragt sich an dieser Stelle, wie er in den 3 Jahren zu einem so ungefährlichen Ruf kommen konnte, dass ihn (zurecht!) niemand auf dem Zettel hatte …)

Herzlichen Dank für den schönen Tischtennistag! Es war zu spüren, dass alle Teilnehmenden nach mehr als 3 Jahren coronabedingter Pause wieder Lust auf eine Vereinsmeisterschaft hatten!

(Thomas Rieling)

Und die Vorrundenergebnisse zum Stöbern:

 

 

 

 

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